Wirtschaft

Die 90-Aktien-Regel: Wie breit ist Ihr Depot wirklich?

Die 90-Aktien-Regel ist ein Ansatz zur Diversifikation von Depots. Doch ab wann spricht man wirklich von einer breiten Streuung? Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe und Implikationen der Regel.

vonSophie Zimmer13. Juni 20262 Min Lesezeit

Die 90-Aktien-Regel ist ein Konzept, das Investoren hilft, ihre Portfolios zu diversifizieren und das Risiko zu streuen. Statistiken zeigen, dass ein Portfolio mit 90 verschiedenen Aktien in der Regel ein ausgewogenes Risiko-Rendite-Verhältnis bieten kann. Diese Zahl stammt aus der Beobachtung, dass der Großteil der Risiken eines Portfolios durch 90 verschiedene Werte signifikant reduziert werden kann. Doch was bedeutet es tatsächlich, wenn man 90 Aktien hält? Ist das Depot damit wirklich breit gestreut oder gibt es zusätzliche Faktoren zu berücksichtigen?

Diversifikation über Branchen hinweg

Ein zentrales Element der 90-Aktien-Regel ist die Diversifikation. Häufig wird angenommen, dass es ausreicht, einfach nur viele Aktien zu haben. Die Realität ist jedoch komplexer. Die Auswahl dieser Aktien spielt eine entscheidende Rolle. Wenn ein Investor beispielsweise in 90 Aktien, die alle aus der Technologiebranche stammen, investiert, dann ist das Risiko nicht wirklich gestreut. Im Gegensatz dazu wäre ein Portfolio, das Aktien aus verschiedenen Sektoren wie Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen und Konsumgütern berücksichtigt, deutlich besser diversifiziert. Dies zeigt, dass neben der Anzahl der Aktien auch die Diversifikation über verschiedene Branchen hinweg eine optimale Risikoabsicherung darstellt.

Marktentwicklungen und Sektor-Korrelationen

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Korrelation zwischen den verschiedenen Sektoren und Aktien ebenfalls entscheidend ist. Während einige Sektoren in bestimmten Marktphasen steigen, können andere fallen. Daher ist es wichtig, die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Anlagen zu betrachten. Ein gut diversifiziertes Portfolio reduziert nicht nur das Einzelaktienrisiko, sondern auch das systematische Risiko, das durch Marktbewegungen beeinflusst wird. Investoren sollten also nicht nur darauf achten, eine bestimmte Anzahl an Aktien zu halten, sondern auch darauf, wie diese Aktien miteinander korrelieren.

Die Bedeutung der Depotgröße

Schließlich spielt die Größe des Depots eine Rolle bei der Anwendung der 90-Aktien-Regel. Ein Portfolio mit nur 1000 Euro, das in 90 Aktien investiert ist, bietet möglicherweise nicht den gleichen Schutz wie ein Portfolio mit 100.000 Euro, das in 90 Aktien investiert ist. Der Grund dafür ist, dass kleinere Investitionen in einzelne Aktien nicht die gleiche Diversifikationskraft haben, da die einzelnen Positionen möglicherweise nicht signifikant genug sind, um das Risiko zu mindern. Daher ist es wichtig, bei der Anwendung der 90-Aktien-Regel auch die Gesamtgröße des Portfolios zu berücksichtigen. Eine breitere Streuung erfordert oft auch eine entsprechende Kapitalbasis.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die 90-Aktien-Regel ein nützlicher Richtwert für Anleger ist, um ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen. Dennoch sind Faktoren wie die Branchenverteilung, Marktkorrelationen und die Größe des Depots unerlässlich, um das volle Potenzial dieser Regel auszuschöpfen. Nur so können Investoren sicherstellen, dass ihr Depot tatsächlich robust gegenüber Marktschwankungen ist und sie in unterschiedliche Anlagechancen investieren können.

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